Nürnberg – mehr als nur Regatta
Für uns ungewöhnlich haben wir uns in zwei Gruppen auf den Weg ins fränkische Nürnberg gemacht. Die ersten sieben Ruderer und Betreuer sind, mit dem Gespann, am Freitagabend an den Dutzendteich gefahren; weitere fünf Jugendliche mussten am Samstag früh aufstehen, um rechtzeitig mit der Bahn an die Regattastrecke zu gelangen.
Einen echten „Schlafvorteil“ hatte die erste Gruppe aber nicht wirklich. Denn bereits nachdem wir Hänger und Zelte versorgt hatten, war eine Rauchsäule in der Nähe zu sehen. Einige Zeit später folgten die Sirenen der Einsatzfahrzeuge. Und gerade als in den Zelten alle zur Ruhe gekommen waren, räumte die Polizei den provisorischen Zeltplatz.
Gut organisiert ist anders. Erst schickte uns die Polizei in die falsche Richtung, um aus dem Gelände auszufahren, dann in eine Schulturnhalle, zu der allerdings alle Zufahrten abgesperrt waren. Letztendlich landeten wir, wie alle anderen, im Ruderverein. Das Angebot mit gut 60 anderen im 30°C + X warmen Mehrzweckraum zu schlafen lehnten wir dankend ab, und entschieden uns für die Wiese im Park an der Spitzkehre des Norisrings. An dem noch in der Vorwoche die DTM stattfand.
- Aber wie lief nun die Regatta? Auch wenn es „nur“ für drei Siege gereicht hat, waren wir gut dabei. Am Siegersteg anlegen durfte Jonathan an beiden Tagen, der sich in knappen Rennen jeweils durchsetzen konnte. Obwohl an der Gewichtsgrenze zu den Leichten, etabliert Jonathan sich bei den „schweren Jungs“. Weniger spannend war der Start-Ziel-Sieg von Steffi.
Aufregend war es besonders für unsere Regattaneulinge Ruben und Benjamin. War es am ersten Tag noch schwer sich auf die eigentlichen Rennen zu konzentrieren, gab es sonntags bei beiden eine tolle Steigerung. Insbesondere für Ruben war der Einstieg ins Regattageschäft eine Herausforderung. Er musste im Einer gleich zu Beginn der Regatta ran. Am ersten Tag noch vorsichtig, aufs Durchkommen bedacht; lieferte er sich am Sonntag einen harten Fight mit dem Ruderer aus Nürnberg, und konnte sich, Dank seines Schlussspurts, durchsetzen. Ziel nicht Letzter zu werden bereits beim zweiten Start erreicht. Benjamins Einstieg war da leichter. Er war mit Linus, der schon im zweiten Rennjahr ist, im Doppelzweier unterwegs. Sie kämpften am Sonntag sogar lange Zeit mit dem Mannheimer Boot um den zweiten Platz. Linus erreichte bei seinen Einzelstarts dann noch zwei dritte Plätze. Mit guten Vorleistungen aus Heidelberg im Gepäck ist Kilian angereist. Mit sechs Meldungen hatte er das größte Programm. Lag es an der harten Nacht, dass er sein erstes Rennen bei den Leichten ein bisschen verschlafen hat? Bei den Schweren war er dann wach und belegte einen unerwarteten 2. Platz. Das konnte Kilian dann am Sonntag auch bei den Leichten wiederholen. Daniel, der Jüngste im Bunde, fuhr gleich zwei tolle zweite Plätze ein.
Erwähnenswert auch die Leistungen unserer Juniorinnen. Im Einer belegte Emma im Sechs-Boote-Feld einen dritten Platz. Und zusammen mit Evelyn an beiden Tagen Platz zwei. Paul steuerte noch zwei dritte Plätze bei.
Alles in allem eine erlebnisreiche Regatta an einem schönen Platz.
Jetzt drücken wir Kilian und Jonathan die Daumen für die Landesmeisterschaften.
Bericht: S.Wöppel